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Am Rand

Von Sedef Ecer
Deutsch von Katinka

Rabea Vahle
Regie: Hansgünther Heyme

Ausstattung: Birgit Voß

 

 

Mit Patrick Abozen, Taneshia Abt ,

Natascha Clasing, Melek Erenay,

Evangelos Sargantzo, Milena Straube

Armut, Reichtum, Politik und Menschen, die heimatlos wie Strandgut zwischen den Ländern treiben: „Am Rand“ erzählt ein bitteres, sehr reales Märchen von kleinen, rechtlosen Existenzen, von Geschäftsgier und Gewalt, die ihnen noch das marginalste Dasein rauben. Und von dem großen Traum, es endlich vom Rand ins Zentrum zu schaffen. Vier Jahre nach seiner Entstehung ist Sedef Ecers Text aktueller denn je.

Es ist wie die Legende der beiden Königskinder: Tamar und Azad sind Waisen und haben nur sich. Doch anders als die Königskinder leben sie illegal neben einer Müllhalde in einer Siedlung aus selbstgebauten Baracken am Rande einer Großstadt, die Istanbul sein könnte, aber ebenso gut Kairo oder Tripolis. Im Mittelpunkt steht die wundersame Geschichte der beiden Liebenden. Von Azad, dem jungen Mann, der aufbricht, um sich nach Paris durchzuschlagen, dem Ort der Verheißung. Und von Tamar, der jungen Frau, die auf ihn wartet, die ihren Liebsten wiedersehen darf, gesponsert von der Fee aus der Fernsehshow, die wie eine türkische Oprah Winfrey Wünsche erfüllt. Aber das Paris, in dem Tamar ihren Azad findet, ist ein weiterer Vorstadtslum. Am Rand der europäischen Metropole ist es nicht anders als in der Heimat.

Die türkische Autorin Sedef Ecer ist Journalistin, Schauspielerin und Dramatikerin. In ihrem Stück Am Rand gibt sie den Menschen auf der Flucht ein Gesicht. Es passt, dass Hansgünther Heyme, von 1990 bis 2003 Intendant der Ruhrfestspiele und Symbolfigur für politisches Theaters aus dem Geiste Piscators, dieses Werk inszeniert, das klar, konzentriert und ohne Mätzchen von Menschen, die man entrechtet, und von deren Würde erzählt.

Eine Koproduktion der Hamburger Kammerspiele mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

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